Wie funktioniert die 1-%-Regelung?
Wird ein betrieblicher Pkw (betriebliche Nutzung über 50 %) auch privat genutzt, setzt das Finanzamt ohne Einzelnachweis pauschal 1 % des inländischen Bruttolistenpreises pro Monat als Privatanteil an – inklusive Sonderausstattung ab Werk, abgerundet auf volle 100 €. Für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kommen zusätzlich 0,03 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer und Monat hinzu. Wer nachweislich an weniger als 15 Tagen im Monat zur Arbeit fährt, kann stattdessen 0,002 % je Kilometer und tatsächlicher Fahrt ansetzen – für Vielreisende und Remote-Arbeiter bares Geld.
Elektro- und Hybridfahrzeuge: 0,25 % und 0,5 %
Bei reinen Elektrofahrzeugen wird nur ein Viertel des Bruttolistenpreises angesetzt – effektiv 0,25 % pro Monat. Die Listenpreisgrenze dafür wurde mehrfach angehoben: 70.000 € für Anschaffungen ab 2024, 100.000 € für Anschaffungen ab Juli 2025. Oberhalb der Grenze gilt immerhin noch die Hälfte (0,5 %). Plug-in-Hybride werden mit 0,5 % angesetzt, wenn sie höchstens 50 g CO₂/km ausstoßen oder eine ausreichende elektrische Mindestreichweite haben (80 km für Anschaffungen ab 2025). Ein E-Firmenwagen für 60.000 € Listenpreis kostet den Geschäftsführer damit nur 150 € geldwerten Vorteil im Monat – der Verbrenner daneben das Vierfache.
Wann ist das Fahrtenbuch die bessere Wahl?
Beim Fahrtenbuch wird der Privatanteil aus den tatsächlichen Gesamtkosten des Fahrzeugs und dem nachgewiesenen privaten Nutzungsanteil errechnet. Das lohnt sich typischerweise in vier Konstellationen:
- Geringe Privatnutzung – wer unter ca. 20 % privat fährt, zahlt mit der Pauschale fast immer drauf.
- Hoher Listenpreis, aber niedrige laufende Kosten – etwa beim abgeschriebenen oder günstig gebraucht gekauften Fahrzeug.
- Kurze Haltedauer oder geringe Jahresfahrleistung, bei der die 1-%-Pauschale die realen Kosten übersteigt.
- Zweitwagen im Betriebsvermögen, der fast ausschließlich betrieblich bewegt wird.
Umsatzsteuer auf den Privatanteil
Die private Nutzung ist umsatzsteuerlich eine unentgeltliche Wertabgabe. Bei der 1-%-Methode wird die Umsatzsteuer aus 80 % des Pauschalwerts herausgerechnet – 20 % gelten pauschal als Abgeltung für Kosten ohne Vorsteuerabzug wie die Kfz-Versicherung. Wichtig: Die steuerlichen Vergünstigungen für E-Fahrzeuge (0,25 %/0,5 %) gelten nur für Einkommen- und Lohnsteuer – die Umsatzsteuer wird weiterhin aus dem vollen 1-%-Wert ermittelt. Wer hier den ermäßigten Wert ansetzt, produziert einen klassischen Prüfungsfund.
Häufige Fragen
Was Mandanten dazu am häufigsten fragen
- Ja. Maßgeblich ist immer der inländische Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung – unabhängig davon, was tatsächlich bezahlt wurde. Gerade bei günstig gekauften Gebrauchten ist das Fahrtenbuch deshalb oft deutlich attraktiver als die Pauschale.
- Beim Arbeitnehmer und GmbH-Geschäftsführer genügt ein ernst gemeintes, tatsächlich überwachtes Privatnutzungsverbot im Anstellungsvertrag. Beim Einzelunternehmer spricht dagegen der Anscheinsbeweis für Privatnutzung – ihn entkräftet praktisch nur ein Fahrtenbuch oder ein gleichwertiges Privatfahrzeug.
- Nein. Die Methode ist für jedes Fahrzeug für das gesamte Wirtschaftsjahr bindend. Ein Wechsel ist nur zum Jahreswechsel oder beim Fahrzeugtausch möglich – die Entscheidung sollte deshalb vor Jahresbeginn gerechnet werden.
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