Vorsteuer als zentrale Komponente des Umsatzsteuersystems
Bei der Vorsteuer handelt es sich um die Umsatzsteuer, die Unternehmen an andere Firmen bezahlen. Wenn Sie für den Vorsteuerabzug berechtigt sind, können Sie die gezahlte Vorsteuer mit Ihrer vereinnahmten Umsatzsteuer verrechnen.
Bei der Vorsteuer müssen Sie als Freiberufler oder Gewerbetreibender einige Aspekte beachten. So fragt sich, ob Sie die Vorsteuer abziehen dürfen. Auch der Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs interessiert. Antworten erhalten Sie in diesem Artikel!
Die Umsatzsteuer, die in Deutschland auch unter dem Begriff Mehrwertsteuer bekannt ist, zielt auf die Endverbraucher. Unternehmer soll sie dagegen nicht belasten. In der Praxis beziehen auch Selbstständige diverse umsatzsteuerpflichtige Waren und Dienstleistungen, die sie für ihre Geschäftstätigkeit benötigen. Hierfür entrichten sie Umsatzsteuer, dürfen diese jedoch mit der von ihnen vereinnahmten Umsatzsteuer als Vorsteuer verrechnen.
Konkret bedeutet dies: Es entsteht keine finanzielle Belastung! Übersteigt die gezahlte Vorsteuer die vereinnahmte Umsatzsteuer, liegt ein Vorsteuerüberhang vor. In diesem Fall erstattet das Finanzamt den entsprechenden Betrag. Entscheidend für den Vorsteuerabzug und die Berücksichtigung in der Umsatzsteuer-Voranmeldung ist das Rechnungsdatum.
Grundsätzlich dürfen alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen einen Vorsteuerabzug vornehmen. Wer seinen Kunden Umsatzsteuer berechnet und diese an das Finanzamt abführen muss, darf die an Lieferanten gezahlten Beträge als Vorsteuer geltend machen.
Das umfasst alle Waren und Dienstleistungen, die dem Erwirtschaften steuerpflichtiger Umsätze dienen. Ausgenommen sind insbesondere:
- Ausgaben für die private Lebensführung
- Kosten in Bereichen, in denen Sie Einnahmen ohne Umsatzsteuer erzielen
Der zweite Fall betrifft zum Beispiel Ärzte: Wenn Mediziner ein Gerät für umsatzsteuerbefreite Heilbehandlungen anschaffen, ist ein Vorsteuerabzug ausgeschlossen.
Der Vorsteuerabzug findet auch bei der Einfuhrumsatzsteuer sowie bei Umsatzsteuern im Rahmen des innergemeinschaftlichen Erwerbs Anwendung.
Im Regelfall ziehen Sie als Unternehmer die tatsächlich angefallene Vorsteuer von der eingenommenen Umsatzsteuer ab. Sie addieren sämtliche Umsatzsteuerbeträge, die Firmen Ihnen in Rechnung gestellt haben. Für einige Branchen und Berufsgruppen sieht der Gesetzgeber die Option der Vorsteuerpauschale vor, sofern Unternehmen einen Jahresumsatz von höchstens 61.356 Euro aufweisen.
Selbstständige können ihre Vorsteuer mit einem branchen- oder berufsbezogenen Durchschnittssatz gemessen am Gesamtumsatz ermitteln. Diese Pauschale vereinfacht die Buchführung und kann zu finanziellen Vor- oder Nachteilen führen.
Die Vorsteuer geben Sie in Ihrer regelmäßigen Umsatzsteuer-Voranmeldung und in der Umsatzsteuer-Steuererklärung an. Sollten in diesem Zusammenhang Fragen oder Probleme auftauchen, wenden Sie sich an Ihre Guhr Steuerberatung!Die Experten analysieren bei Bedarf auch, ob Sie die Kleinunternehmerregelung oder die Vorsteuerpauschale in Anspruch nehmen sollten.
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Was ist der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer?
Wann darf ich mir die Vorsteuer abziehen?
Wie rechnet man sich die Vorsteuer aus?
- Bildquelle: Olya Kobruseva - pexels.com

Über den Autor
Karsten Guhr · Geschäftsführer & Steuerberater
Gründer der Kanzlei. Berät seit 15+ Jahren Unternehmer und Holdings zu Steuergestaltung, Strukturierung und Nachfolge.
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